Weihnachten ist um und ich habe es tatsächlich geschafft, trotz des immernoch andauernden Streiks nach La Caille zurückzukehren. Auf dem Weg nach Deutschland habe ich mit Pia eine Nacht in Paris bei einem Pastor verbracht um unseren Zug zu erreichen. Wir haben süßen Auflauf gegessen und uns abends in einem sehr besonderen Klappsofa eine Route zum Bahnhof ausgedacht, die möglichst viel von Paris zeigt. Wir hatten dann noch einen halben Tag dort und sind ungefähr 9 km durch Paris gelatscht, was aber sehr schön war.

Kurz vor meiner Abfahrt nach Hause noch mal schön typisch französisch gewesen



Zu Hause angekommen war es sehr schön, mal wieder in der eigenen Sprache reden zu können und von allen verstanden zu werden, sich in beheizten Räumen aufzuhalten (ich musste erst im T-shirt rumlaufen bis ich mich wieder daran gewöhnt hatte) und einige meiner wichtigen Leute in Deutschland wiederzusehen.


Ein bisschen davon konnte ich dann wieder mitnehmen, weil mein Bruder und seine Freundin mich nach La Caille begleitet und mich dort für eine Woche besucht haben. Es war eine richtige „Ausnahmewoche“, die Arbeit hat noch nicht wieder richtig begonnen, es wurde das neue Jahr, mein Geburstag und direkt danach noch ein Geburtstag gefeiert und – die ehemaligen Freiwilligen der Umgebung haben sich ebenfalls in dieser Woche hier wiedergetroffen.

Silvester haben wir bei Alex gefeiert, der auf La Mhotte arbeitet. Er hat so ziemlich alle jungen Leute der Umgebung und auch einige, die nicht mehr dazu zählen in seine neue Wohnung eingeladen. Ich war überrascht, wie wenige ich wirklich kannte und es war eine lange, belebte Party, die mal von den gemütlichen Soirées abweicht. Das Motto war „Ocean“, es lag sogar Sandkastensand auf dem Fußboden und es gab Austern und ich habe spontan aus einem riesigen Mülleimerdeckel, einem Gürtel und einem Rollkragenpulli ein Meereschschildkrötenkostüm gebastelt. Es gab auch z.B. ein vermülltes Meer, eine Boje, einen Taucher, die Strömung und Nestlé Waters, was ich alles sehr kreativ fand.







Ich glaube es war mein erstes Silvester ohne Sektanstoß, Dinner For One und Böller. Ich hab eigentlich alles nicht besonders vermisst.
An meinem Geburstag gab es ein gemeinsames Essen auf La Caille und ich habe wunderbare Geschenke bekommen. Mit meinem Besuch habe ich die Gegend zu Fuß erkundet, haben also das schöne Wetter genossen während wir von Aurty Issards nach Saint Menoux und wieder zurück zu La Caille oder von La Caille nach Bourbon gelaufen sind, Pläne für das neue Jahr geschmiedet, ein bisschen was auf La Caille gebastelt und viele schöne Stunden mit den anderen Ecovoluntaires im Salle de Commune gesessen und gequatscht. Das ging alles viel zu schnell vorbei.


Was mich dann eingeholt hat war nicht der Alltag, den es ja hier irgendwie auch noch nie gegeben hat, aber es war und ist trotzdem schwer, sich wieder in La Caille einzufinden und Struktur zu schaffen.
Im Moment essen alle hier die berühmten Galette des Rois nach französischer Tradition. Das sind Blätterteigmandelcrémekuchen in denen eine Porzellanfigur versteckt ist. Ich war sogar ein mal die Reine, also die Königin, die das Glück hatte, das Stück mit der kleinen Figur zu bekommen.
Zusammen mit den Käufern der Jurte haben wir Connys Weihnachtsbaum verbrannt. Das hätten wir dabei nicht erwartet:


Außerdem haben wir bereits einen Haselholzzaun gebaut und Julie, das Mädchen, das bei Conny im Haus wohnt, hat uns bei der Arbeit im Mandalagarten geholfen, was sehr schön war, weil wir sie endlich mal etwas besser kennenlernen konnten. Außerdem sind wir weiter an der Food-Forestplanung.
Heute waren wir bei Louise zum Essen, die ja vor ein paar Wochen La Caille verlassen hat und uns in ihre neue kleine Wohnung eingeladen hat. Sie ist zwar keine Jurte aber trotzdem gemütlich und im Wald in einer Wohngeminschaft gelegen, die ab und zu auch öffentliche Events veranstalten. Einen der netten Nachbarn dort haben wir direkt kennengelernt.
Und eins noch: Der rote Streuner hat nun ein neues Zuhause bei einer jungen Familie gefunden. Wir sind sehr froh 🙂