Advents- und Hochzeit

Wir haben uns fast schon daran gewöhnt gehabt, dass der Gasheizer im Mobilheim nur bei Plusgraden funktioniert (da erfüllt der Heizer auf jeden Fall seinen Job ^^) und man morgens dort seinen Atem gesehen hat. Als aber dann das übrige Wasser im Wasserkocher eingefroren war, haben wir entschieden, dort wieder auszuziehen. Ich wohne also wieder in meiner Cabane und genieße die zwar nicht besonders gute aber wenigstens vorhandene Isolation meiner eigenen vier Wände 🙂

Die Tiere haben uns die letzte Zeit ordentlich auf Trab gehalten. Die Schafe sind etliche Male ausgebüchst,ihr Mitbewohner der Esel Cadeau ruft dann immer nach ihnen und wartet lieb im Gehege, ein Fuchs hat zwei Enten geholt, seine ersten Opfer, seit wir hier sind, obwohl es wohl sonst häufiger vorkommt. Dafür ist uns ein roter Kater zugelaufen, der zwar sehr zutraulich ist, aber wirklich IMMER ans Essen geht. Deshalb haben wir Aushänge gemacht und ihn vorübergehend „Vladi“ getauft. Er ist uns einmal zum Foyer gefolgt und hat dort wohl einen Dosenöffner gefunden und ist da geblieben. Bald kennt ihn bestimmt jeder im Dorf.

Außerdem ist mit beim Gehegesaubermachen ein Babymeerschweinchen ausgebüchst und gut getarnt im Laub in der Dornenhecke verschwinden. Ich sah es vor meinem inneren Auge schon wegen mir in der Frostnacht sterben, hab es zum Glück aber doch noch gefangen… Adrenalin!

Im Echoppe gab es Schweizer Raklette, den ich zwar nicht mitessen konnte, aber ich fand es sehr interessant bei der Tätigkeit „raklette“, also abstreichen des angeschmolzenen Riesenkäses zuzuschauen und mir das Fachgesimpel der Franzosen dazu anzuhören.

Die nächste Woche war Conny in Holland bei ihrer Familie und Laura und ich hatten eine lange Liste an Aufgaben abzuarbeiten. Es war schön, das in unserem eigenen Tempo zu tun und den Bauernhof wirklich allein zu betreuen, die Verantwortung zu spüren, die wir hier bereits haben.

Es gab auch wieder etwas zu feiern: Lotte und Arnaud haben geheiratet und ich durfte Fotos machen! Es war soo schön die Familie so glücklich zu sehen.


Außerdem ist Weihnachten zu La Caille durchgedrungen, es kamen ca. 60 Leute der Schule auf La Caille und haben Punsch getrunken und französische Weihnachtslieder gesungen. (Die Franzosen übersetzen sogar Gingle Bells auf ihre Sprache!)

Beim Europafest auf La Mhotte haben wir deutschen Freiwilligen dann mal was von unserer Weihnachtskultur gezeigt, Vanillekipferl gebacken und einen Adventskranzworshop angeboten. Leider verirrte sich diesmal fast keiner auf den Hof für dieses Event.

Auf dem Rückweg hatten wir ein großes Problem: der Regen der letzten Nacht hatte sich über den Tag im kleinen Fluss gesammelt, der im Sommer komplett ausgetrocknnichtet gewesen war und am Abend war der Wasserspiegel so weit angestiegen, dass es den kompletten Weg nach La Caille überschwemmt hat und bestimmt an einigen Stellen Hüfttief war – auf dem normalen Waldweg! Wir mussten also mit Taschenlampe über und unter mindestens 7 Strom- und Stacheldrahtzäune klettern und genausoviele Miniflüsse überqueren. Völlig erschöpft sind wir dann zu Hause angekommen.

Als der Zustand noch harmlos und wir die Kontrolle hatten ^^

Wegen der Rentenreform steht Frankreich im Moment Kopf. Die Leute gehen in Paris massenweise auf die Straße, so auch Brice von La Mhotte der sich dafür ganz spontan auf die Reise gemacht hat und einige in Sorge versetzt hat, weil es nicht ganz ungefährlich und die Polizei sehr aggressiv sein soll. Jedenfalls sind auch sämtliche Züge für die über Weihnachten Heimreisenden von uns ausgefallen und wir müssen auf BlaBlaCarmitfahrgelegenheiten hoffen.

Ich hab da zum Glück etwas gefunden und freue mich sehr auf ein warmes Bad und ein traditionelles Weihnachten in Deutschland!!

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