Es ist die Zeit der ersten Besuche von Freiwilligen zu Hause in Deutschland gekommen. So habe ich während Laura Familie und Freunde in Koblenz besucht hat, auch mal genossen, halbwegs allein zu wohnen, was ich gar nicht mehr gewohnt bin. Ich hab an dem Wochenende mit anderen Freiwilligen (darunter eine Schottin, die an der Waldorfschule arbeitet und mit der wir vorher leider noch nur so viel unternommen haben) wieder einen Trip nach Moulins gemacht, wo wir ein Café mit ausladenden Schnörkelwandverzierungen, riesigen Spiegelwänden, leckerem Kaffée aber nicht besonders freundlicher Bedienung besucht haben. Außerdem haben wir uns mal einen richtigen Discounter- und Drogeriemarkteinkauf gegönnt und uns wieder erinnert, was es alles zu kaufen gibt… eine Sensation also!
Und dann war es (bizarrerweise) schon Zeit für das zweite Seminar unserer Freiwilligenjahrorganisation. Das fand in Cochem an der Mosel statt, diesmal also Deutschland. Da wir uns jetzt ja alle kannten, war es superschön sich wiederzusehen und zu hören, was die anderen so machen und wie es ihnen gefällt. Untergebracht waren wir in einem aus Lehm und anderen Naturmaterialen nagelneuen und eigentlich noch unfertigen Öko-Bau-Gebäude, das fast ausschließlich Solarenergie bezieht. Für mich hat sich Deutschland richtig wie ein Auslandsaufenthalt angefühlt, ich war jedes Mal überrascht, wenn ich jemanden hab deutsch sprechen hören und habe mehrmals die Leute auf französisch angesprochen. Lästern auf deutsch war plötzöich nicht mehr möglich! ^^
Hier ein paar Programmpunkte um einen Eindruck zu geben, was wir in dieser intensiven Zeit so gemacht haben:
- Einsatzstellenvorstellung jedes Freiwilligen
- eine Exkursion durch die Umgebung
- Gruppenspiele (manche die uns zusammengeschweißt haben und manche die einfach super albern aber lustig waren und diesmal auch nicht unangenehm)
- Einheit zum Thema Umgang mit Konflikten
- Vorstellung der Öko-Events und Wochenworkshops für Freiwillige im Laufe des Jahres, an denen wir teilnehmen können
- Bewusstwerdung unserer neu erlernten Soft-Skills
- Ein Besuch beim Weihnachtsmarkt in Cochem
- Wichteln
- Workshops von Freiwilligen angeboten (Yoga, Kalligraphie, Brot und Kekse backen, einen Kurzfilm drehen, Musik mit Loopbox, Taschen nähen)
- Party
- Tandemübung mit einer Person aus dem jeweils anderen Land um die Sprache zu lernen
- Gespräche, Gespräche, Gespräche

Die Rückreise war superanstrengend, schlaflos und erschöpft wie wir waren. Und dann 5 mal (oderso) umsteigen…
Nach dem Seminar hatten wir einen Tag Pause und ich glaube ich hab erst einmal 10 Stunden am Stück geschlafen. Dann haben wir uns wieder eingelebt und erneut ein Spektakel an der Schule gesehen.
Diesmal waren es die kleinen Schüler_innen, die durch eine riesige Moosspirale (ein bisschen wie ein begehbarer Adventskranz) laufen um in der Mitte eine Kerze zu entzünden und sie in die Spirale hineinstecken, einer nach dem anderen, ganz feierlich. Das ganze zu wunderschöner (liver) Geigen- Cello und Flötenmusik, ich glaube es waren Weihnachtslieder.
Ach ja – es ist ja schon Advent. Ich bin mal gespannt, wie der sich hier so zeigt.