Kürbis und Veränderung

Vor einiger Zeit stand Brices Geburtstag an, den wir lange auf La Mhotte mit allen Freiwilligen und – passend zur Saison – mit einem überdimensionalen Kuchen in Pilzform gefeiert haben.

Ich ganz französisch und ein noch nicht pilzförmiger Kuchen

Gearbeitet haben wir viel im Atelier Cocon, alte Handnähmaschienen kennengelernt und trotz der Kälte natürlich die Draußenarbeiten erledigt. Weil viele von uns auf La Caille ein bisschen kränklich sind, lief irgendwie nichts nach Plan, wobei hier ja generell keine Woche wie die nächste ist. Aber es wurden letzte Zeit besonders oft Reunionen verschoben, Verabredungen vertauscht und auch wetterbedingt die Arbeit gewechselt.

Näharbeiten

Poireau (übersetzt „Lauch“ 😄),die kranke Katze hat Laura ziemlich mies in die Hand gebissen als wir ihm sein Antibiotikum geben wollten. Da ihre Tetanusimpfung sehr lang her ist, mussten Ärzte aufgesucht werden und auch zwischenmenschlich gab es Herausforderungen zu bewältigen.

Nicht mitzuarbeiten weil man sich nicht gut fühlt, ist wirklich schwer, wenn man direkt auf der Arbeit wohnt. Die kranke Katze will man trotzdem versorgt wissen und für alle kochen auch, wenn man dran ist. Es ist manchmal nicht einfach, sich mal richtig zu erholen.

Temperaturmäßig ist jetzt wirklich richtig Winter geworden, auch wenn man es der Natur nicht ansieht, die nach dem langen trockenen Sommer jetzt einiges am Grünheit aufholt.

Mit Siiri und Laura bin ich letztes Wochenende in Bourbon gewesen um in der Point-Bar einen Kaffee zu trinken und einen Spaziergang um die alte Burg und ihren See zu machen und dabei Schokoladenpralinen zu essen. Wir waren begeistert von den Farben und der perfekten Spiegelung im Wasser…

Zwei große Änderungen gibt es auf La Caille nun:

Ich bin mit fast all meinen Sachen von der kleinen Cabane in das Gästemobilhaus gezogen, das ein Mittelding aus einem Wohnmobil (sehr praktische Klappschränke und superschmale Türen) und einer DDR-Plattenwohnung (abgeranzte Tapeten und sehr einfach eingerichtet) ist. Aber ich liebe es jetzt schon, weil es hell und freundlich ist, ich mir Küche, Bad und Wohnzimmer mit Laura zu zweit teilen kann, wir direkt auf die Pferdeweide schauen und unser eigenes kleines Reich haben.

Mobilheim

Meine erste eigene Wohnung ist ein Mobilhaus und mein Zimmer besteht quasi nur aus einem riesengroßen Bett! Auch wenn man im Wohnzimmer morgens seinen Atem sieht und das Schlafzimmer sich nur mit Campingheizer warm halten lässt, bin ich froh hier 🙂 Es ist also schon wieder ein um- und eingewöhnen, was schön, aber auch bisschen anstrengend ist. Ich werde es verlassen müssen, sobald Gäste kommen, was im Winter allerdings selten der Fall ist und bald bekommen wir Freiwilligen ein eigenes Mobilhaus, an dem wir dann einige Zeit arbeiten werden, bis es für uns und die nachfolgenden Freiwilligengenerationen bewohnbar ist.

Die zweite Neuigkeit ist weniger erfreulich: Louise und Salomé, die Jurtenbewohner werden ihre Jurte verkaufen und La Caille verlassen. Es ist für eine alleinerziehende Mutter in Ausbildung in einer Lebensgemeinschaft mit einer Wohnunterkunft, mit der man immer vorbereitend mitdenken muss (ob es um Kühlung, Heizen oder Kochen geht) einfach zu viel…

Am Montag war St. Martinstag und der wurde von der Waldorfschule ordentlich zelebriert. Zu erst haben einige Kindergartenkinder mit ihren Eltern in unserem Atelier Kürbisse geschnitzt und Laternen daraus gemacht (ich natürlich auch). Dann wurde von den älteren Schülern im Wald die Geschichte von St. Martin aufgeführt, was durch den Einsatz von Pferden, weißer Engelskostüme, mystischer Beleuchtung, Bratschen- und Violinenmusik zweier Freiwilliger echt eindrucksvoll wurde. Danach sind wir alle mit unseren Laternen durch den Wald gelaufen und haben französische Lieder gesungen.

Kürbislaternen basteln im Atelier
St. Martinsumzug

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