Jurtenleben und gebratene Maronen

In Frankreich sind gerade Ferien. Das hieß für uns zwar weiter arbeiten aber auch, dass wir während Louise und Salomé im Urlaub waren, in deren Jurte ziehen durften. Die ist im Vergleich zu Connys 300 jahrealten dunklen Haus wirklich hell und freundlich. Es war schön bei mega lautem Regengeräusch auf den russischen Bodenmatratzen aufzuwachen, einen Kaffee von Laura in die Hand gedrückt zu bekommen und zusammen Yoga zu machen um wach zu werden. Die Jurte ist mit Schafwolle isoliert, hat einen Campingkocher, einen Minikamin auf dem man auch kochen kann und einen Wasserkanister zum Spülen und Zähneputzen. Draußen haben Louises Eltern ein Trockenklo dazugebaut. Nur einen Kühlschrank gibt es nicht. Aber durch die durchsichtige Plane der runden Öffnung in der Mitte der Raumdecke kann man hervorragend die Sterne beobachten… ich wäre am liebsten dort eingezogen!


Was die Arbeit angeht haben wir verschiedene Schleifgeräte und Sägemaschienen kennengelernt und damit z.B die Gewächshaustür erneuert aber auch einen Permakulturbodentest gemacht, um den Anfangsort auf dem großen Gelände für den Foodforest zu finden, der hier ja entstehen soll. Die letzte Zeit haben wir viel im Atelier gearbeitet und kleine Einkaufstaschen genäht, wobei uns eine Kostümschneiderin und Leherin der Waldorfschule (Armandine) geholfen hat, indem sie uns die englische Nähmethode beibrachte. Außerdem arbeiten wir daran die Tiere winterfest zu machen und hatten einige Spannungen in der Lebensgemeinschaft anzusprechen.

2 mal 3 macht 4 widde-widde wer will’s von mir lernen… Cadeau wartet auf der Hausterasse auf seine neue Weide
Atelierarbeit

Außerdem hatten wir Besuch von der belgischen israelisch-holländisch-sprachigen Familie, die sich vor kurzem für immer auf La Caille niederlassen wollte, sich jetzt aber doch dagegen entschieden hat. Sie sind mit Autopanne hier angekommen und haben trotzdem gute Laune verbreitet.

Auch wenn natürlich wir Verständigungsprobleme hatten war ich sehr froh sie kennengelernt zu haben. Ich hab auch einen ganzen Nachmittag und Abend die La Cailler- Mädels und die drei kleinen Kinder (engelhaft aussehenden) der Familie gebabysittet, mir wurde also von 5 Kindern an den Haaren gezogen, auf mir herumgeklettert und ich wurde durchgekitzelt (ohne dass ein „Arrete“ oder „stop it“ verstanden werden konnte) und verschiedenen Spielzeugen und Kuscheltiere vorgestellt aber es war süß und hat Spaß gemacht. Mit Familie haben wir später auch Maronen über dem Lagerfeuer gebrannt und Musik dazu gemacht, schade dass sie nicht zu La Caille dazustoßen.

Das Wochenende haben wir viel auf La Mhotte mit den anderen Freiwilligen verbracht, Wein getrunken, Kuchen gebacken und Likör gemacht. Schade dass der so lange ruhen muss…

Letzte Woche kam auch eine ehemalige Freiwillige von La Caille zu Besuch und hat geschaut, was sich hier so alles verändert hat. Es war sehr spannend zu hören, wie sie die Zeit hier verbracht und wahrgenommen hat und dass sie eine Ausbildung zur Tierpsychologin gemacht hat und nun Hundephysiotherapeutin wird.

Auch die ihr damals nahestehende Hippotherapeutin die direkte Nachbarin (direkt ist hier natürlich anders zu verstehen als in Hamburg) die z.B Demenzkranken durch den Umgang mit Pferden hilft, haben wir kennenlernen dürfen. Sie hat uns etwas über ihre Arbeit erzählt und wird uns auch in der Arbeit mit den Pferden auf La Caille in Zukunft unterstützen.

Der Winter ist hier super schnell eingebrochen. Nachdem irgendwie alle Kinder auf La Caille krank waren fühlen die anderen und ich uns jetzt auch etwas erkältet. Wir fangen deswegen jetzt auch endlich an, den Kamin anzuschmeißen, was noch etwas Übung bedarf. Auch das duschen in den unbeheizbaren Campingduschen die wir mitnutzen, wird bei den ca. 5 Grad langsam unangenehm und ich fange an, auch im Pulli zu schlafen.

Stolze Lou mit Super-Champignon

Viele Krankheitsfälle gibt es hier in der Region auch wegen der mega heftig wachsenden Pilze, die nicht immer einfach zu unterscheiden sind. Leider sind im Allier schon zwei Menschen wegen Pilzirrtum gestorben…

Mittwoch haben wir uns endlich das alte Steinhaus von Connys Eltern angeschaut. Es ist supergroß, zweistöckig und innen wie außen wunderschön mit cooler Zimmeraufteilung (allerdings mit alten Mustertapeten an den Wänden), alten Holzmöbeln und einem großen Lichtdurchfluteten Wohnzimmer. Die Kälte, Stromprobleme das ganze Gerümpel und die kaputten Fenster machen es ein bisschen zu einem Geisterhaus, was Lotte und Arnaud aber ändern und später dort einziehen wollen. Von den alten Sachen durften wir uns sogar auch etwas zur Dekoration abstauben 😉